Auf dieser Seite werde ich regelmäßig Gedichte und kleine Texte 
von bekannten und weniger bekannten Autoren einstellen. 
Und dazu meine Naturbilder.

Entdecke und teile die Schönheit der Poesie!

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen, 
Triffst du nur das Zauberwort.

(von Joseph von Eichendorff)

Was es ist
von Erich Fried

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist 
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich 
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Nacht
von Christian Morgenstern

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält’s nicht aus,
hält’s nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust, 
wie ein Stein, 
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst, 
dort erst kommt es zur Ruh, 
liegt am Grund
seines ewigen Du.

Traum 

von Hermann Hesse

Es ist immer derselbe Traum: 
Ein rotblühender Kastanienbaum, 
Ein Garten, voll von Sommerflor, 
Einsam ein altes Haus davor.

Dort, wo der stille Garten steht, 
Hat meine Mutter mich gewiegt;
Vielleicht - es ist so lange her - 
Steht Garten, Haus und Baum nicht mehr.

Vielleicht geht jetzt ein Wiesenweg
Und Pflug und Egge drüber weg, 
Von Heimat, Garten, Haus und Baum
Ist nichts geblieben als mein Traum.